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4 Freizeitsportler aus Sachsen nahmen am längsten Skilanglaufrennen der Welt teil 

Im schwedischen Jokkmokk – Region Lappland , fand vom 30. März zum 01. April – nun schon zum 4. Mal der Nordenskiöldsloppet statt , das längste und wohl auch härteste Skilanglaufrennen der Welt. Über 220 Kilometer im klassischen Laufstil geht es durch die winterliche Wälder- und Seenlandschaft im schwedischen Lappland- nördlich des Polarkreises. Etwa 2000 Höhenmeter müssen dabei überwunden werden. Die rund 500 Teilnehmer haben 30 Stunden Zeit, um die Distanz zu bewältigen. 
Ronald Meusel, Andree Karg, Hartmut Eifler und Pier Pernutz aus Sachsen stellten sich der Herausforderung.
Freie Presse sprach mit Pier Pernutz, einem Teilnehmer aus dem Vogtland

Presse:
Pier – Wie kommt man als Vogtländer dazu, an einem solchen Wettkampf teilzunehmen?
Pier:
Es war eine kurze Mail von einem mir langjährig bekannten kleinen Erlebnisreiseunternehmen aus der Lausitz im Februar: „Kleine eingeschworene Runde sucht zur Komplettierung noch Teilnehmer für eine Reise zum Nordenskiöldsloppet in Schweden. Mein Interesse war gleich geweckt. Die Aussicht, nördlich des Polarkreises in den Weiten Lapplands, vielleicht nachts bei Polarlicht Ski zu laufen, schien sehr reizvoll. Als ich jedoch die Eckdaten las, hatte ich erstmal großen Respekt. Zum Vasalauf in Schweden kam das Thema im Gespräch mit anderen Sportlern wieder auf. Die Ansage von meinem Sportfreund Ronald war kurz und knapp: „Du fährst mit!“ – so war ich dabei. 
Presse:
220 Kilometer auf Langlaufskiern in einem Stück zu bewältigen, das können sich viele Menschen schwer vorstellen. Du bist ja Volkssportler und gehst beruflich einer normalen Tätigkeit nach. Wie bereitet man sich auf ein solches Ereignis vor? 
Pier:
So etwas geht nicht ohne langjähriges und regelmäßiges Ausdauertraining. Ich laufe seit vielen Jahren Langlaufski und trainiere ganzjährig mit Skirollern auf asphaltierten Radwegen. Beim Skilanglauf werden sehr viele Muskelgruppen eingesetzt. Ich liebe diesen Sport, er ist gelenkschonend. Es gibt für mich nichts Beruhigenderes, als in der Ruhe und Einsamkeit des winterlichen Waldes Ski zu laufen. Es dient der Balance von Körper und Seele- ich empfinde es als einen hervorragenden Ausgleich für den beruflichen Stress des Alltages. An Volkssportwettkämpfen nehme ich seit vielen Jahren bereits teil , das sind aber Distanzen von 43 , 50 , seltener 70 Kilometern. Der Vasalauf ist mit 90 km schon eine enorme Herausforderung.  
Presse:
Vom Vogtland bis ins lappländische Jokkmokk sind es rund 2600 km. Wie kommt man dahin?
Pier:
„Meine Mannschaft“ startete aus der Lausitz mit Kleinbus, Gepäck und den Ski. Per Fähre Rostock-Gedser wurde nach Dänemark übergesetzt. Nach 150 km Landmarsch ging es auf die Fähre Kobenhagen -Oslo. Ab da waren am anderen Morgen rund 600km durch Norwegen und Schweden bis Östersund zu bewältigen, wo sie mich eingesammelt haben. Ich selbst bin von Berlin -Tegel über Stockholm nach Östersund geflogen und war am Nachmittag dort. Nach einer Zwischenübernachtung in Östersund ging es über den „Inlandsvägen“, eine zentrale Verkehrsader in Nordschweden , am anderen Morgen nochmal 600 km nach Norden. Nachmittags waren wir am Polarkreis, eine Stunde später in Jokkmokk.
Presse: 
Ihr seid am Donnerstag angekommen, Sonnabend früh um 6:00 Uhr war Start. Wie bereitet man sich am Vortag auf das Rennen vor?
Pier:
Es geht sehr ruhig zu. Wir haben unsere Startnummern im Organisationszentrum abgeholt und machten uns am Startort in Purkljauer mit den Örtlichkeiten vertraut. Dann ging es an das Präparieren der Ski. Abends war „Pasta – Party“. Bei einer solchen Langzeitbeanspruchung ist die Ernährung schon am Vortag sehr wichtig. Es gilt, alle Energiespeicher des Körpers maximal aufzufüllen. Nudelgerichte sind kohlehydratreich – Spagetti -Bolognese ist damit obligatorisch und man darf auch mal Schokolade essen ohne Reue. Striktes Alkoholverbot- na ja – ein Bier geht schon. 
Presse:
Das Präparieren der Ski – das Auftragen von Skiwachs kann doch nicht so kompliziert sein?
Pier: 
Allein die körperliche Verfassung des Sportlers reicht nicht aus. Es ist enorm wichtig, so wenig wie möglich für die Fortbewegung Energie zu verbrauchen. Der Ski muss laufen! In Abhängigkeit vom zu erwartenden Temperaturbereich werden die verschiedenen Wachse in Schichten aufgetragen und speziell geglättet. Die Microstruktur der Laufsohle ist Physik pur! Das alles kann schon mal 2 Stunden dauern. 
Presse:
Wie läuft der Morgen vor dem Start bei der Mannschaft ab? Wart Ihr da sehr aufgeregt?
Pier:
Aufstehen 3:45 Uhr. Es läuft geordnet ab. Alle sind angespannt und konzentriert. Wir motivierten uns gegenseitig, indem wir uns selbst bescheinigten, „dass wir schon ein bisschen verrückt sind, so etwas zu tun…“. Unsere Reiseleiterin Katrin hat uns mit einem tollen Frühstück gestärkt. Die Unterkunft verließen wir komplett wettkampfmäßig angekleidet. Vor der Abfahrt von der Unterkunft ein letzter Check durch Katrin: „Habt Ihr alles? – Ski – Skistöcke – Skischuhe- Startnummer- Chip?? Es geschieht durchaus hin und wieder, dass der Sportler in der Aufregung was Wichtiges vergisst. Es sind auch schon mal Ski liegen geblieben. Dann wird es richtig stressig. 
Presse:
Wie kann man sich den Start vorstellen?
Pier:
Am Startort angekommen, geht man gleich mit Ski und Stöcken in den abgegrenzten Startgarten. Es herrscht geschäftiges Treiben der Athleten und Betreuer. Die Stimmung ist toll. Moderne Rockmusik heizt alle nochmal richtig auf. Die Wettkampfteilnehmer sind alle an beiden Beinen gechipt und werden am Eingang zum Startfeld geprüft. Das Lesegerät informiert, ob man wirklich derjenige ist, der auf der Startnummer steht und da rein darf. Man legt die Ski in eine der Spuren. Von da an kann man im beheizten Kleinbus nochmal für eine halbe Stunde Wärme tanken. Jeder döst vor sich hin. Eine Banane für die schnelle Energie. 5:45 Uhr wurde es ernst, ab zum Startbereich. Leichtes Erwärmungstraining. Herzliche „Alles-Gute- Wünsche“ von Katrin und unter uns 4 Freunden gegenseitig und dann geht’s einfach los. An der Spitze zieht die Weltelite mit hohem Tempo an und wir anderen hinterher😊.
Presse: 
Welche Gedanken bewegen Dich in diesen Momenten, wenn Du am Start stehst, die endlos scheinende Spur von 220 Kilometern vor Dir?
Pier: 
Na ja, man fragt sich schon selbst: „Wirst Du es schaffen?“, „Wo wirst Du am Abend sein?“, „Wieviel Strecke wirst du geschafft haben, wenn es Nacht wird?“, „Wird die Strecke gefährlich sein?“.Man muss dann auf die eigene Stärke vertrauen, dass man andere Herausforderungen im Leben auch schon gemeistert hat. Man soll an sich selbst glauben. Das ist wichtig. Etwas anderes hilft nicht.  
Presse:
Wie waren eigentlich die Witterungsbedingungen? Nördlich des Polarkreises war doch Ende März sicher noch richtig Winter? War es sehr kalt?
Pier: 
Als wir angekommen sind, war richtiges Tauwetter, mittags 8 Grad plus. Die noch hohe Altschneedecke war durch und durch nass. Auf der Eisdecke der Seen hatte sich große Pfützen gebildet. Einen Tag vor dem Wettkampf kam Frost und alles fror durch. Der harsche, durchgefrorene Altschnee versprach ein schnelles, aber auch ein wenig gefährliches Rennen. Wenn man stürzt, ist das auf dem harten Untergrund recht schmerzhaft. Am Wettkampftag kamen dazu teils heftige Schneeschauer mit Verwehungen. Dadurch war die Spur oft unscharf und es kostet zusätzlich Kraft. Am härtesten war aber der Gegenwind von 20 Kilometer pro Stunde, direkt von vorn. Das hat uns bis zum Wendepunkt nach 97 km begleitet. Ab da gab‘ s Rückenwind.
Presse: 
Habt ihr 4 Freunde die Strecke gemeinsam gemeistert? Seid ihr zusammengelaufen?
Pier: 
Das ist schwierig. Wir 4 laufen in unterschiedlichen Leistungsklassen. Hartmut Eifler und Ronald Meusel sind zwei Klassen über mir. Nach dem Start versucht jeder Läufer, eine möglichst kontinuierliche Bewegungsstruktur, „sein Tempo zu finden“, ein Tempo, was er über viele Stunden durchhalten kann. Das ist bei jedem anders. Daher streckt sich das Feld der 500 Teilnehmer kontinuierlich nach dem Start. Es bilden sich zunächst große Gruppen, die dann in immer kleinere zerfallen. Nach 50 km gibt es nur noch kleine Gruppen von 2-3 oder einzelne Läufer. Als ich Andre Karg nach 40 km noch in meiner Gruppe sah, haben wir uns verständigt, im Team zu laufen und das haben wir bis zum Ziel getan. 
Presse:
Wie ist das mit der Verpflegung? Habt Ihr was mitgenommen?
Pier: 
Im Durchschnitt verbraucht ein Sportler bei diesem Rennen etwa 20.000 Kilocalorien. Ohne Nahrungsaufnahme wäre der Akku nach 30 Kilometern leer. Man muss nichts mitnehmen. Es waren an der Strecke 19 Verpflegungspunkte eingerichtet. Die vielen ehrenamtlichen Helfer haben uns liebevoll betreut. Es gab Banane, Käsebrot, Kuchen, Energiedrink, Blaubeersuppe, warmes Wasser, natürlich den obligatorischen Energiedrink des Hauptsponsors, in der Nacht auch Kaffee. Sehr wichtig ist auch „Öl für den Turbolader“ – hochkonzentriertes Energiegel, das wirkt bei Schwächeerscheinungen nach 3-5 min und man ist wieder fit. Enorm wichtig ist regelmäßiges Trinken, allein durch Atmung und Schwitzen verliert man sicher so 7-8 Liter Wasser. 
Presse: 
Wenn man so viel schwitzt, wechselt man während des Wettkampfes auch mal die Kleidung?
Pier: 
Über eine so lange Zeit ist es schon wichtig, mal die durchgeschwitzte Kleidung zu wechseln. Wir konnten an drei fixen Orten konkret vorbereitete Kleidersäcke deponieren. In beheizten Tipis – den traditionellen Zelten der lappländischen Ureinwohner konnte man sich zwischendurch umziehen. Das tut schon gut und hilft gesund zu bleiben. 
Presse :
Der Nordenskiöldsloppet gilt als das weltweit längste Skilanglaufrennen. In diesem Jahr hat jeder 5. Teilnehmer das Ziel nicht erreicht, vorher aufgegeben oder ist aus Verletzungsgründen ausgeschieden. Hast du zwischendurch mal daran gedacht, vorher aufzuhören?
Pier:
Ja , solche Gedanken kommen einem schon auch. Die durchgängig 20 Stundenkilometer Gegenwind und das Schneegestöber auf den kilometerlangen Seen haben uns auf der Strecke bis zum Wendepunkt ganz schön zugesetzt. Einmal waren wir am Ufer eines Sees besorgt, im Schneetreiben die Spur verloren zu haben. Als wir den Wendepunkt erreicht hatten, wuchs die Zuversicht, es zu schaffen, enorm. Das war so nachmittags gegen 16:00 Uhr. Kleidungswechsel , 15 Minuten Pause, Käsebrot , Energydrink und weiter ging’s. Der spürbare Rückenwind tat gut und wir waren wieder ganz gut drauf. 
Presse:
Habt Ihr eigentlich die Landschaft genießen können?
Pier:
Ja, ab da hatten wir wieder mehr Sinn für die tolle Umgebung und Landschaft. Der hilfreiche Rückenwind schlief gegen Abend dann langsam ein. Wir hatten noch einen Höhenzug von 400 Höhenmetern mit steiler Abfahrt vor uns, das wollten wir unbedingt noch bei Tageslicht schaffen, was auch gelang. Die Abendstimmung in dieser schnee- und eisbedeckten Wald- und Seenlandschaft war traumhaft. Die felsigen Berge sind dort durch die Eiszeit abgerundet und haben eine dicke Schneekappe und wurden noch von der Sonne angestrahlt, während die Wälder um uns in der Dämmerung versanken. Das Bild vergisst man nicht so schnell. 
Presse: 
Irgendwann ist es dann richtig dunkel und Ihr hattet nur noch das Licht der Stirnlampen. Wie läuft es sich damit nachts? 
Pier: 
Da man nur einen begrenzten Sichtbereich hat, muss man sich gerade bei schnellen Gefällestrecken mehr konzentrieren, da man nicht genau weiß, was aus dem Dunkel vor Einem plötzlich auftaucht. In ebenem Gelände geht es gut, der Schnee reflektiert das Licht der Stirnlampen sehr gut. 
Presse:
Wenn man schon den ganzen Tag gelaufen ist und dann noch die ganze Nacht durch. Kommt dann nicht irgendwann die Müdigkeit?
Pier :
Ja, irgendwann merkt man schon die Ermüdung. Deshalb gibt es dann ab dem späten Abend an den Verpflegungspunkten auch starken Kaffee. 
Presse:
Hattet Ihr dann in der Nacht nicht einmal das Bedürfnis nach einer längeren Pause?
Pier: 
Andre und ich waren uns einig, am Tipi bei Kilometer 160 machen wir mal 30 Minuten Pause. Wir probierten die Speisekarte komplett durch und wärmten uns an dem glühenden Holzofen im Inneren. Auf dem Holzfussboden lagen Rentierfelle. Es war richtig gemütlich. Draußen waren inzwischen minus 7 Grad. Am liebsten würde man da dann einfach sitzen bleiben. Aber das Ziel lag noch 60 Kilometer vor uns. Also wieder raus und die Ski wieder an die Füsse. Nach einer solchen Pause braucht man dann 10 Minuten, um wieder geschmeidig zu laufen. Das hat uns sicher einige Plätze gekostet, aber auch geholfen. 
Presse: 
Du hattest gewünscht, nachts im Schein des Polarlichts zu laufen. Hattet Ihr das Erlebnis?
Pier: 
Ich habe das leider nicht gemerkt. Man konzentriert sich so auf den Lichtkegel der Stirnlampe, dass man die Nachtumgebung nicht so wahrnimmt. Aber ein professioneller Fotograf hat uns bei Kilometer 160 fotografiert mit tollem Hintergrund – Polarlicht und Sternenhimmel. Das Foto findet man auf der Website von Nordenskiöldsloppet.
Presse: 
Hattet Ihr in der Einsamkeit der Wälder Begegnungen mit Tieren?
Pier:
Ich hatte gehofft, einmal einen Elch zu sehen. Das hat aber nicht geklappt. In der Nacht sahen wir in Reflexion unseres Stirnlampenlichtes im Wald neben der Strecke 7 Augenpaare leuchten. Zum Glück waren es 7 , weil – von einer Braunbärin mit 6 Jungen hatte ich noch nicht gehört. Es war ein Rudel Rentiere. Schweden hat aber tatsächlich eine beachtliche Braunbärenpopulation und die verlassen um diese Jahreszeit ihr Winterquartiere. Bären meiden normalerweise den Menschen. Da wir uns auf Ski durchaus auch mal mit 30 km/h vorwärts bewegen, war meine Sorge ein unerwartetes Zusammentreffen. Eine Braunbärin, die eine Gefahr für ihren Nachwuchs sieht, versteht keinen Spaß und ist wieselflink.
Presse:
Ihr wart dann sicher schon froh, als endlich der Morgen graute?
Pier: 
Oh ja, wir näherten uns wieder dem Startpunkt in Purkljauer, den wir 24 Stunden zuvor verlassen hatten. Es ging wieder mehrere Kilometer über einen großen See, wir erkannten die Umgebung wieder. Als wir die vorletzte Verpflegungsstation dort erreichten, hatten wir 200 Kilometer hinter und nur noch 20 vor uns. Als wir die Mädels fragten, wie die restliche Strecke beschaffen sei, antworteten diese: „Ganz leicht“. Die meinten es gut mit uns und wollten uns nur nicht demotivieren. Das war nochmal ein hartes Finale mit langen Anstiegen und gefährlichen Abschnitten. 
Presse:
Gab es Stürze bei Euch ?
Pier : 
Bis dahin nicht, aber dann ging es Schlag auf Schlag. Durch Eis und verharschten Schnee sind die Abfahrten sehr schnell und es fehlt dann in den huckeligen Kurven an Kraft in den Beinen. Man ist auch nicht mehr so konzentriert. Ich habe da einige blau-grüne Andenken mitgenommen. Vor Schlimmerem sind wir zum Glück am letzten Verpflegungspunkt von einer älteren Dame bewahrt worden. 
Presse:
Wie das?
Pier: 
Da ging es nochmal 70 Meter zwischen starken Bäumen auf nur 3 Meter breiter eisiger Strecke in Kurven steil den Berg runter. Die beiden Betreuerinnen baten uns Hände ringend, die Ski abzuschnallen und den Berg runter zu laufen. Wir natürlich – ganz die Helden, wollten das erst nicht. Aber die Mädels haben nicht eher Ruhe gegeben, bis die Ski von den Füssen waren und wir zu Fuss da runter liefen. Hinterher waren wir so dankbar dafür. Die Möglichkeit, so wenige Kilometer vor dem Ziel noch mit einer Verletzung aufgeben zu müssen, wäre sehr traurig gewesen. 
Presse: 
Was fühlt man, wenn man dann endlich das Ziel erreicht hat? Wart Ihr mit eurer Platzierung zufrieden?
Pier:
Es ist schon ein zutiefst emotionaler Moment, wenn man das geschafft hat und die Ziellinie überschreitet. Wir haben die Plätze 322 und 323 erreicht. Das ist bei knapp 500 Teilnehmern für uns nicht mehr ganz jugendliche Helden ein schönes Ergebnis. Wir haben über 26 Stunden gebraucht. Wenn man dann von den Ski steigt, hat man erst einmal damit zu tun, wieder auf den Füssen laufen zu lernen. 
Presse :
Werdet Ihr dort wieder einmal starten?
Pier:
Die Frage darf man am Tag danach nicht stellen, dann lautet die Antwort: „Hier sehen sie mich nicht gleich wieder“, zwei Tage später, wenn die Muskelschmerzen verklungen sind : „ Na ja, das machen wir schon mal wieder!“ 14 Tage später: „Nächstes Jahr greifen wir wieder an!“
Presse:
Was ist Deine schönste Erinnerung? 
Pier: 
Es war alles ein einziges tolles Erlebnis. Aber besonders sind mir natürlich die wunderschöne Landschaft, die endlos scheinende Weite und vor allem aber die netten und freundlichen Menschen in Erinnerung geblieben. Die Schweden haben uns sehr liebevoll versorgt und betreut. Es verdient großen Respekt, wie die Betreuer die ganze Nacht in der Kälte ausgehalten haben, um uns zu versorgen. Ich fühle mich in Schweden immer wieder als Gast ganz besonders wohl.